Papas neue Mädels

IMG-20160628-WA0001
„Kommt her, ich will Euch streicheln!“

Papa’s neue Mädels sind da. Zwei Hühner bereichern seit einigen Wochen unseren Garten. Ich bin selbst mit Hühnern bei meinem Opa groß geworden und fand das immer spannend. Für die Hühner war es das sicher nicht – für die war es Stress pur. Auch für unsere beiden Hennen wird es nicht gerade entspannend, ein Glück steht über hühnerscheuchende Kinder nichts im Tierschutzgesetz.

Die beiden Damen stammen von einem netten Albaner, der in der Nähe extra einen kleinen Schrebergarten gekauft hat um dort ein paar Hennen und einen Hahn laufen zu lassen, weit ab vom nächsten Wohngebiet. Der hatte auch seine direkten Kleingärtnernachbarn gefragt, ob es denen was ausmacht wenn dort Hühner rumlaufen. Nun macht aber der übernächste Nachbar, der alle paar Wochen mal in der Laube ist, Stress. Die Viecher würden stinken und sogar vor Gericht waren sie schon. Der nette Albaner hat Recht bekommen, der übernächste Nachbar stichelt trotzdem so weiter, dass ihm jetzt die Lust vergeht und er die Hühner nach und nach über ebay Kleinanzeigen abgibt. Das ist Integration pur: Ein junger Albaner passt sich der deutschen Engstirnigkeit an. Naja, die beiden Hennen sind bei mir gut aufgehoben, jedenfalls solange unsere kleine Tochter sie nicht jagt.

Die Kleine fiebert und kränkelt mal wieder aber ein: „Wollen wir zu den Hühnern gucken gehen?“ zaubert sofort wieder ein Lächeln ins Gesicht. Wenn wir das für zwei Hühner großzügig angelegte, 60m² große, Gehege betreten (bei Bodenhaltung dürfte ich auf 60m² bis zu 540 Tiere halten, unfassbar), legt die Kleine den Zeigefinger auf den Mund und macht „Psssssst.“ Das habe ich ihr beigebracht, schließlich darf sie das Federvieh nicht erschrecken. Sobald die erste Henne gluckernd angerannt kommt ruft die Kleine auf meinem Arm liebevoll und laut: „Halloooo Hüüüüünnaahh.“. Da war das Pssst vorher dann auch egal. Dann will sie runter um die Hühner zu streicheln. Da haben die aber gar keine Lust drauf und rennen weg. Herrlich zu beobachten, wie die Kleine hinterher rennt: „Ei Ei Ei, bogbogbog“ rufend. Ab und zu stolpert sie dabei über freigescharrte Löcher – minutenlang müssen die Hennen etwas für ihre Ausdauer tun. Wir haben keinen Hahn, deshalb kann sie das Geräusch auch noch nicht so gut nachmachen – statt Kikeriki, kommt eher ein KockKockKock, aber sie kombiniert das schon und weiß, dass es irgendwie mit den Hühnern zusammenhängt.

Die Kleine macht immer fleißig die Stalltür zu, nur doof wenn sie das nachmittags macht und die Hühner nicht mehr in den Stall können. Deshalb haben die Viecher gestern die Eier in einen Busch gelegt. Aber unser Blümchen beobachtet gut: Mit „Papa, Eier – da da!“, hat sie mir stolz die Stelle gezeigt wo die Eier abgelegt wurden.

Fazit: Haustiere und Kinder sind super kompatibel, auch wenn die Haustiere ab und zu mal ein bisschen was über sich ergehen lassen müssen – es geht ihnen besser als in der gewerblichen Tierhaltung. Für uns Eltern ist es auch super, nicht nur, dass die Kleine mit eineinhalb Jahren schon weiß wo die Eier herkommen, nein, wenn sie später nach einem Hund fragt und unbedingt ein Haustier haben will, können wir sagen, dass sie doch schon Haustiere hat und keinen Hund mehr braucht 😉 Eine Trumpfkarte in der Hand des Erziehenden.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s