Krabbeln, Laufen und Entdecken: Was fürs Kind jetzt interessant wird

Krabbeln ist von gestern. Völlig aus der Mode und ganz schön „bababa“, wie unsere Kleine sagen würde. Laufen, dass ist jetzt „in“. Zugegeben, es klappt noch nicht ganz so gut, wie es das kleine Blümchen gerne hätte. Zuerst muss man sich dazu nämlich mühsam ein einem Gegenstand hochziehen und dann an dessen Kanten entlang hangeln. Dabei kommt es manchmal vor, dass das Gleichgewicht halten zur unlösbaren Aufgabe wird und man unsaft mit dem Kopf voran zu Boden plumpst. Zum Glück sind Mama oder Papa immer zum trösten in der Nähe und irgendeiner fängt die meisten Stürze schon irgendwie ab. Bisher gab es erst eine größere Beule. Wir hoffen wahrscheinlich vergeblich, dass nicht allzuviele neue hinzukommen. Wenn unser Mädchen dann begriffen hat, dass es zum Laufen noch nicht an der Zeit ist, trainiert sie ihre Krabbelfähigkeit weiter. Die ganze Wohnung ist auf einmal erreichbar. Da gibt es natürlich viel zu entdecken. Die Gefahren unterwegs erkennt man am besten, wenn man einfach mal mitkrabbelt und sich überlegt, was man alles für einen Unsinn anstellen könnte. Eines ist Fakt: Das Kind kommt auf noch viel größeren Unsinn. Warum Stromkabel so furchtbar lecker sind, erschließt sich uns Erwachsenen einfach nicht. Ganz interessant sind auch Ritzen und Löcher. Überall wo es geht werden die kleinen Fingerchen reingesteckt: Nicht ganz verschlossene Schranktüren, Astlöcher auf dem Dielenboden oder Steckdosen. Da muss Papa natürlich hinterher sein und alles mögliche absichern. Ganz nervig und völlig unpraktisch ist ein Steckdosenschutz ohne Drehmechnismus, da kann man dann jedes Mal wenn man die Steckdose braucht den Schutz rausnehmen, ablutschsicher verstauen und wenn die Steckdose wieder frei ist, in der Wohnung suchen gehen. Also unbedingt welche mit Drehmechnismus kaufen. Für das neue Haus brauchen wir noch dringend Absperrgitter für die Treppen. Ansonsten ist glaube ich nur gesunder Menschenverstand gefragt und sich in das Baby hinzuversetzen.

Heudüngerling - LSD-Trip für Babys
Heudüngerling – LSD-Trip für Babys – Quelle: Wikipedia – Alan Rockefeller under Creative Commons ShareAlike 2.5 License

So eine Hortensie sieht doch verdammt lecker aus, ist aber total giftig. Blauregen, Fingerhut, Maiglöckchen, Efeu, Kirschlorbeer: Alles giftig. Hecken aus Eibe oder Lebensbaum: Auch sehr giftig. Natürlich sehen auch Oleander, Alpenveilchen, Christrose, Tollkirsche und Stechapfel verdammt lecker aus, gehören aber höchstens in die Drogenprobierwerkstatt eines um jeden Preis breit werden wollenden Spätpubertierenden. Knallerbsen sind auch giftig, damit spielen macht aber Spaß. Jetzt im Sommer wird auch gerne auf frisch gemähtem Rasen gekrabbelt. Augen auf! Die kleinen Pilze die dort wachsen nennen sich Heudüngerling und haben ähnliche Wirkung wie LSD. Wer sein Kind nicht unnötig auf einen Trip bringen will, der sollte also auch dort aufpassen. Es gibt so manche Kinder die total übervorsichtig behandelt werden und nachher übertrieben ängstlich sind. Ich finde: Nicht alles verbieten und ruhig auch mal an Mamas Inlineskates lutschen lassen – die Kleine wird schon feststellen, dass das nicht schmeckt. Es ist für die Kleinen aber besonders wichtig die giftigen Planzen genau bestimmen zu können. Papa freut sich schon auf die erste Unterrichtsstunde in Pflanzenkunde. Die essbaren Pflanzen und Pilze werde ich aber erst viel später beibringen. Vorsorglich habe ich die Nummer von der Vergiftungszentrale im Handy abgespeichert.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s