Überforderung, Angst und eine Belohnung zum Schluß

Bunt und knallig muss es sein, möglichst viele Features sollte es bieten, das optimale Babyspielzeug. Wer so denkt, liegt völlig daneben. Im Gegensatz zu uns Erwachsenen, sind Babys da ziemlich anspruchslos. Während wir beim Autohändler nur ein Auto kaufen würden, welches Klimaanlage, Sitzheizung, wenige Kilometer, viele PS, einen Einparkassistent, beheizbare Außenspiegel und ABS hat (und dabei natürlich noch von einer möglichst prestigereichen Marke gebaut sein muss). Würde ein Verkaufsgespräch mit einem Baby wohl so ablaufen: Verkäufer: „Schau mal ein Auto, brumm bruuuumm.“ Baby grinst und freut sich: „Tooollll, ich kaufe es!“. Aber zum Glück gibt es ja Väter, die ihre Kinder vor solchen betrügerischen Gebrauchtwagenverkäufer schützen.

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Spielzeug das überfordert

Jedenfalls ist es beim Spielzeug genauso. Nur ist es da so, dass wir beim Einkauf mit der gleichen Argumentationen ins Geschäft gehen wie zum Gebrauchtwagenhändler. Es soll bunt sein, viele Funktionen haben, Geräusche machen und ein integrierter Beißring und Spiegel sind natürlich auch nicht schlecht. Dabei wäre es jetzt an der Zeit unser Kind entscheiden zu lassen. Es reicht völlig aus, wenn ein Spielzeug weich ist, Baby es gut in den Mund nehmen kann und es eine Funktion erfüllt. Also entweder ein Geräusch macht, oder es bunt ist, oder ein Beißring ist oder ein Spiegel hat. Alles zusammen kann so kleine Babys echt total überfordern. Mit dem oben abgebildeten Spielzeug rastet unser Blümchen förmlich aus. Sie fängt wild an zu strampeln und bewegt den Kopf hin und her, versucht daran zu lutschen und gleichzeitig mit beiden Händen an den Enden zu ziehen. Dabei macht dieser Würfel noch Geräusche und wenn sie Pech hat sieht sie sich auch noch gleichzeitig an dem integrierten Spiegel. Nicht ganz zwei Minuten braucht es, bis sie vor Überforderung anfängt zu schreien. Dann muss man sie auf den Arm nehmen, trösten und danach mit ihrem Lieblingsspielzeug, dem Quietsche-Giraffe-Greifling (so ähnlich wie dieser hier), weiterspielen. Angst Ja, wir haben ein sehr entspanntes Baby. Die Kleine lacht unglaublich viel und in Gruppen mit anderen Eltern, trauen wir uns nicht zu sagen, dass die Kleine von halb neun bis halb acht durch schläft. Weil die Kleine so unkompliziert ist, dachten wir, wir nehmen sie einfach mit auf einen Polterabend, dann können wir mal wieder zusammen ausgehen, ein paar Wein trinken und das Blümchen um halb neun in eine ruhige Ecke zum Schlafen legen. Doch wir sind auch ein bisschen naiv und dumm. Mit Lautstärke haben die meisten Babys ja keine Probleme, aber wenn beim Polterabend getrommelt wird und noch dazu Keramik zerdeppert wird, welches in einer unglaublichen Lautstärke klirrt, dann macht das Angst. Ich spreche hier nicht von einer Angst wie: „Ich habe Angst, dass meine Flasche alle ist.“ sondern vor richtiger Angst. Ich habe unsere Kleine noch nie so schreien gehört. Ich habe sie sofort gepackt und bin mit ihr weg von der Polterveranstaltung spazieren gegangen, doch sie war nicht mehr zu beruhigen. Ein Passant gab mir noch den weisen Ratschlag, dass ja jetzt endlich „Die Lungen von dem Kleinem, gesund werden.“ Bitte lest dazu meinen Artikel „Einflussreiche Nazipädagogik„. Unglaublich wie oft einem solche Sprüche begegnen. Ich habe nicht darauf reagiert. Schließlich mussten meine Frau unsere Tochter und ich schon nach 20 Minuten Polterabend abreisen und zurück nach Hause fahren. Das wars dann mit dem leckeren Wein – dabei gab es sogar unseren Lieblingswein aus Trittenheim an der Mosel. Zur Belohnung Liebe und Brei Da hat unsere Kleine ziemlich viel durchgemacht in den letzten Tagen. Am Wochenende war es an der Zeit sie dafür zu belohnen. Am Samstag waren alle da, Oma, Opa und die Tante – und unsere Liebste wurde Vollzeit bespaßt. Sonntag gab es dann den ersten Brei ihres Lebens. Leckeren Möhrenbrei, von Papa selbst gekocht und von Mama liebevoll vorbereitet. Dazu einfach ein paar Bio-Möhren (ca. 200g)  schälen, kleinschneiden und in etwas Wasser schonend weichkochen (ca. 10 Minuten auf kleiner Stufe). Dann drei Teelöffel Bio-Rapsöl dazu geben und mit dem Pürierstab alles zu Brei verarbeiten. Das sind dann ca. fünf Portionen. Der Kleinen hat es ausgezeichnet geschmeckt, wenn auch noch nicht so viel drin geblieben ist. Wir versuchen es weiter. Ein Glück haben wir einen guten Marken-Stabmixer von Braun, ich schätze, dass der das wichtigste Werkzeug der kommenden Wochen sein wird.

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