Blümchens neue Muckibude

Also wir sind komische Eltern. Wir tun alles, damit das kleine Blümchen ihre Schnute zu einem breitem Grinsen verzieht. Wir können keine Kinderlieder, Blümchen liebt aber die Musik. Was also tun, wenn sie mit fordernem Blick auf der Wickelkomode ihr Ständchen einfordert? Einfach lossingen. Ich dichte dabei auf verschiedene klassische Kindermelodien eigene Texte, die mir gerade so in den Kopf kommen, denn den Originaltext kann ich nicht. Alleine was bei meiner Vogelhochzeit alles schon passiert ist. „Die Meise, die Meeiiheiise, schleicht sich davon ganz leeiiheise.“ oder „Der Papagei, der Papagei schenkt ein großes Schokoladenei.“ manchmal auch nicht ganz jugendfrei: „Die Nachtigal, die Nachtigal erbricht den Wodka mit nem Schwall.“

Schön, wenn es wenigstens noch bei einer orginalen Melodie bleibt und nicht in totalen Blödsinn ausartet. Gestern habe ich mich schon dabei erwischt, wie ich ein Volleyballanfeuerungsgesang kindgerecht umgewandelt habe. Beigeisterung in den Augen meiner Tochter — vor allem wenn man sie auch noch richtig mit einbindet: „Ich ging einmal spazieren mein Blümchen an der Hand, ich schenkte ihr neue Schühchen die waren sehr elegant —uuuunnnnddd die Füße gingen so und die Füßen gingen so, so gingen die Füße und die Füße gingen so.“ – Dabei dann ihre Füße kräftig mitschunkeln lassen. Diesen tollen Gesang, kann man auch prima auf andere Körperteile wie Mütze, Handschuhe oder Höschen ausbauen. Wenn mich jemand sieht, denkt er bestimmt: „Mensch, ist der bekloppt.“

Wenn’s doch wenigstens nur beim Lieder umdichten bleiben würde. Nein, viel zu schnell entwickeln sich beim Singen, Rufen oder Ansprechen unzählige Spitznamen. Zum Beispiel „Speckchen“ wegen den schönen dicken Knutschbacken oder „Michellini“ wegen ihrer Beine, die an ein Michellinmännchen erinnern. „Schmulli“, wenn nach dem Trinken mal wieder das ganze Mulltuch vollgesabbert ist. Oder eben auch „Mucki“, wenn abends rumgemuckt und gemeckert wird. Das arme Mädchen weiß bestimmt gar nicht wie es richtig heißt.

Ich fand es früher ja immer schlimm, wenn irgendwelche Erwachsenen in Babysprache kommunizierten. Unsere Babysprache ist zum Glück kein dummes „Eidschie deitschie bum bum“, aber wir haben eine andere, individuelle Sprache entwickelt. Einfach alles hat einen Spitznamen. Ach, das hat schon lange vor unserer Tochter angefangen. Noch heute wissen meine Frau und ich wer die „Stiernackenfrau“ ist. Der Edeka heißt auch schon längst liebevoll „Edi“ und Begriffe wie „Homie“ (für Homeoffice) oder „Ocki“ für unser Auto (die Marke darf jetzt erraten werden) sind in den allgemeinen Sprachgebrauch eingekehrt.

Jetzt passiert aber etwas Neues: Unsere Ehesprache bedient sich der althergebrachten Spitznamen und kombiniert diese mit den Bedürfnissen und Kosenamen für unsere Tochter. Wenn jemand bei uns also sagt: „Geh mal in den Edi neue Schmullipamps kaufen.“ Dann muss niemand nachfragen, was gemeint ist. Wir sind auch nicht länger auf der Suche nach einem neuen Haus, nein wir suchen nach einer Muckibude. (Und jetzt kommt der eigentliche Grund für diesen Post) Wir haben wahrscheinlich eine neue Muckibude gefunden.

Wir haben schon mündlich zugesagt. Ich sag nur soviel: Unglaublich viel Platz und eine Maklerin, die dem Ruf ihres Berufszweiges mal wieder alle Ehre bereitet. Mehr zum vermeintlichen Hauskauf später.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s