Nestvergrößerung

Kaum sind die Jungen aus den lang bebrühteten Eiern geschlüpft, lotet das aufmerksame Amselweibchen Möglichkeiten zur Nestvergrößerung aus. Das Junge will schließlich auch irgendwann Privatsphäre haben und vielleicht die Eltern auch….

Auf uns übertragen bedeutet dies, dass wir uns auf dem Immobilienmarkt umsehen. Diese Woche hatten wir drei Besichtigungstermine von Häusern in der Umgebung. Zwei der Termine haben wir wieder abgesagt nachdem wir schonmal ohne Makler von außen besichtigt haben. Bei dem einen, tollen modernisierten Bauernhaus, dem Favoriten des Amselweibchens, stylisch und modern, top saniert, stellte sich raus, dass das Grundstück in etwa so groß ist wie eine Tischtennisplatte. Für 319.000€ kann einem da der Spaß am PingPong-Sport schnell vergehen. Das andere Haus, liegt etwa 20 Minuten Autofahrt von der Stadt entfernt und ist dafür 100.000€ günstiger. Der Favorit vom Männchen versprach Sommeridylle mit eigenem Garten. Mit keinem Wort wurde geäußert, dass der Nachbar um in seine Garage zu kommen quer durch den potenziellen Garten muss – der Makler sieht darin natürlich kein Problem. Das dritte Haus am Stadtrand, wäre wohl ein Loch ohne Boden gewesen, soviel hätte da noch gemacht werden müssen. Wir bleiben erstmal im kleinen Nest wohnen. Ist auch schön.

Makler sind Verbrecher, allesamt, ohne Ausnahme. Für einmal die Tür aufschließen und ein paar verschönernde Geschichten kassieren die 3,57% vom Verkaufspreis – dafür können die lügen wie gedruckt. Ein Taschendieb steht in seinem Ansehen bei mir übrigens höher, denn der hat wenigstens ein Handwerk erlernt – als Makler kann jeder Vollpfosten arbeiten. Mann muss nur mal bei Immowelt schauen, für welche Hütten die Astronomische Summen haben wollen. Da wird aus einem Hühnerstall mit eingefallenem Dach ein „Handwerkerhaus mit Potenzial zur Selbstverwirklichung“ aus einer Einzimmer-Wohnung im zweiten Kellergeschoss ein „Romantisches  Kuschelapartment – im Sommer kühl im Winter warm“. Und dabei haben wir ja noch eine einigermaßen gute Lage. Tut mir mal den Gefallen und schaut Euch dieses Haus in München an. Für eine Millionen Euro wohlgemerkt. „Ohhh endlich, ich bin Millionär, jetzt kann ich mir dieses Reihenmittelhaus kaufen und habe auch im Garten genügend Platz um meine Wäsche aufzuhängen. Davon habe ich schon immer geträumt.“

Ich will nicht meckern. Es gibt soviel schönes zu entdecken. Unsere Kleine lacht jetzt richtig breit, wenn man sich über sie beugt. Toll! Man weiß endlich wozu man da ist auf der Welt: Für dieses Lächeln, für das man alles tut, damit das Blümchen es wieder rauslässt. Zum Beispiel einen Uhu nachahmen…ein langgezogendes „Uuuuuhhhhuuuu“ findet sie unglaublich witzig. Damit liegt sie schon jetzt voll im Trend. Eulen sind schließlich gerade der letzte Chic…

Herzlichen Glückwunsch süßes Blümchen, heute bist du acht Wochen alt!

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