Über die Romantik der Geburt

Für alle die es noch nicht wissen: Unser kleines Blümchen ist seit dem 2. Dezember bei uns. Ich will Euch ein bisschen was über die Geburt und die ersten Tage erzählen.

Glaubt man den Erzählungen und den vielen Texten, die man über die Geburt lesen kann, so hat man als jemand der sein erstes Kind erwartet sehr romantische Vorstellungen darüber. Letztlich verläuft es aber niemanls so, wie es einem Hebammenbücher oder irgendwelche Artikel vorschwärmen.

Für uns musste es leider nach 12 Stunden Kreißsaal in einem Kaiserschnitt enden. Die russische Assistenzärztin hat sich bei mir dabei nicht sonderlich beliebt gemacht. Ich vermute sogar, dass der Kaiserschnitt nicht unbedingt notwendig war sondern zum finanziellen Vorteil des Krankenhauses durchgeführt wurde, da meine Frau privat versichert ist. Mit dem romantischen Ankommen und in Empfang nehmen eines neuen Erdenbewohners hatte es jedenfalls nicht viel zu tun. Wir sollten uns im Vorfeld ausdenken, wie wir unser Baby begrüßen wollen, wenn es auf die Welt kommt – so jedenfalls war es nicht geplant. Wichtig ist jetzt aber, dass alle gesund sind und wir mittlerweile zuhause sind. Und wir erfreuen uns sehr an unserer Kleinen.

Und weil jeder etwas übers Stillen schreibt werde ich das auch tun. Nur soviel vorweg: Liebe werdende Eltern, die Ihr diesen Blog lest, glaubt blos nichts was irgendjemand übers Stillen schreibt, auch nicht was in diesem Blog steht und lasst Euch blos nicht von irgendwem unter Druck setzen. Unsere Kleine ist sehr ungeduldig und hat keinen Bock für lächerliche drei Tropfen ewig an der Brust zu saugen. „Hey, schon mal was von Mindestlohn gehört?“ Da ist so eine abgepumpte Flasche Milch doch etwas viel Feineres. Mal ehrlich, das würde jeder von uns doch genauso machen. Hebammen und Kinderkrankenschwestern wollen natürlich etwas anderes erzählen und bauen großen Druck auf: „Die Kleine MUSS aus der Brust trinken“ oder sie fangen an zu erpressen: „Wenn sie jetzt nicht zunimmt, muss sie auf Kinderintensiv.“ Ich frage mich die ganze Zeit, wie das die Inuit machen oder die Aborigines oder irgendwelche Inka-Völker. Dort gibt es keinen Kaiserschnitt, keine Stillhütchen oder Abpumpgeräte. Die Kinder trinken eben dann wenn sie Lust haben. Mutter und Kind werden nicht gezwungen und dann klappt es auch. In unserer westlichen Welt muss eben einfach alles nach Plan verlaufen – 10% darf maximal abgenommen werden, es muss auf die Minute genau getrunken werden und wenn das Kind beim Stillen einschläft, dann ziehen es die gemeinen Krankenschwestern eben nackt aus, damit es friert und weiter trinkt. Ich finde das gemein und kann meinem süßen Blümchen so etwas unmöglich antun.

Meine Frau ist gerade neben mir auf der Couch eingeschlafen, auf ihr liegt unser kleines Blümchen, zieht eine Schnute und schläft sanft. Ein wunderschönes Bild, voll von solcher Romantik und Intimität. Ich könnte sie beide auffressen so süß sind sie, aber ich lasse sie schlafen. Genau das ist es, was das neue Familienleben ausmacht und wie ich es mir vorgestellt habe. Ich liebe die beiden sehr, dafür brauche ich keine Zahlen, Milchpumpen, OP-Säle, Hebammen, Bücher, Kreißsäle oder Krankenschwestern, kein Krankenhausbett und kein grelles Licht. Lasst die Natur einfach machen und lest nicht so viel und vor allem lasst euch nichts erzählen, schon gar nicht von den „Experten“.

Advertisements

3 Gedanken zu “Über die Romantik der Geburt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s