Babyshopping

Zu unser Hochzeit im Juni haben wir von zwei der drei besten Freundinnen meiner Frau ein Geschenk bekommen, welches uns jeden Monat unseres ersten Ehejahres beglücken soll. Es sind 12 kleine Geschenke und jeden Monat dürfen wir eins auspacken. Die Schwangerschaft war den beiden Freundinnen schon zum Zeitpunkt der Hochzeit bekannt und deshalb war für November „Gemeinsames Babyshopping“ verpackt.

Klar, die Zielgruppe ist offensichtlich. Der Plan liegt auf der Hand: Drei gackernde Shopping-Hühner und ein Mann der die Tüten tragen darf. Geht es um meine Tochter, gehe ich aber natürlich gerne mit und suche mit aus. Also trafen wir uns am Samstag in Koblenz um unser Geschenk einzulösen.

Es ist schon erstaunlich wie schon im frühstens Säuglingsalter geschlechtsspezische Rollen manifestiert werden sollen. Für Jungs gibt es Strampler und Body’s mit Landmaschinen oder Baggern drauf. Alles ist blau. Für Mädchen alles in Rosa, mit Krönchen und Glitzer. Und für Mädchen gibt es viel mehr, denn die Säuglingsmädchen shoppen ja schließlich lieber als die Säuglingsjung, ist klar. Wahrscheinlich wollen die kaufenden Eltern vermeiden, dass später jemand fremdes zum eigenen Sohn sagt: „Ach, du bist aber ein schönes Mädchen.“ Deshalb wird das Kind blau und mit einem Mähdrescher markiert.

Nun sagt ihr sicher: „Geht doch mal in einen individuellen Laden am Rande der Innenstadt.“ Diese Läden haben auch immer sprechende Namen wie Pusteblume oder Klapperstorch. Betritt man einen solchen Laden fällt einem zunächst auf, dass es nicht nach chemisch behandelter Baumwolle riecht. Auch fällt auf, dass das Publikum ein anderes ist. Die werdenen Mütter sind älter als im H&M, tragen Ethno-Schmuck und bezahlen mit Kreditkarte. Wenn man dann auf die Preise schaut wird einem auch schnell klar warum: Für diese Frauen ist es ein logistisches Problem soviel Bargeld mit sich herum zu schleppen. Ein kleines Deckchen, was mir als Serviette nicht reichen würde, kostet mal eben schnell 70 Euro. Also raus da.

Dann muss ich noch sagen, dass es eine Kette gibt, die mir gut gefallen hat. Nämlich ZARA. Dort gibt es ganz süße Sachen, nicht nur in rosa oder blau. Aber natürlich mal wieder nur in einigen wenigen Größen – für uns war nichts dabei, denn wir brauchen ja noch Größe 56.

Fazit: 4 Stunden shoppen, kein einziges Teil gekauft. Bei Shopping-Queen würden wir uns jetzt Kommentare von Guido Maria Quetschi, oder wie der heißt, anhören müssen.

Ein Glück hat meine Frau eine Nähmaschine und kann mittlerweile gut damit umgehen. Wir hatten noch Füllwatte und ein Überraschungsei daheim. Außerdem gab es noch Stoffe, die darauf warteten verarbeitet zu werden. Das Ü-Ei wird einfach mit Reis befüllt. Auf den Stoffen ein Elefant aufgezeichnet und etwas überstehend ausgeschnitten (damit Platz für die Naht ist). Das Ganze dann einfach zusammennähen und durch den Arsch vom Elefant die Füllwatte und das rasselnde Ü-Ei einführen. Die Ohren ebenfalls aufzeichnen, ausschneiden und annähen. Vorher mit einem Frühstücksbeutel füllen, damit die Ohren auch ein bisschen knistern. Fertig ist ein Kuscheltier-Rassel-Elefant von beiden Seiten mit jeweils unterschiedlichen Stoffen.

Elefant mit integrierter Rassel
Elefant mit integrierter Ü-Ei-Rassel

Nochwas: Gestern war ich mit einer der drei besten Freundinnen meiner Frau in Köln beim Casting für die neue Staffel „Quiz-Duell“ mit dem Herrn Pilawa. Daumen drücken, dass wir genommen werden! Dann kann ich es mir bald auch leisten in den Bio-Babyläden zwischen den Ethno-Schmuck Damen einzukaufen.

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4 Gedanken zu “Babyshopping

  1. „Wenn man dann auf die Preise schaut wird einem auch schnell klar warum: Für diese Frauen ist es ein logistisches Problem soviel Bargeld mit sich herum zu schleppen.“ 😀

    Sehr gut! 😀

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  2. Hey das ist ja ein toller Elefant! Echt schön und auch noch selbst gebaut 🙂
    Das finde ich echt gut!
    Und Little-J würde es 100% auch sehr gefallen.. Rasseln, rascheln, reinbeissen.. alles was das Herz begehrt..
    LG
    M&D

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  3. ZARA Rocks! Ich kann besagte Mähdräscher, Traktoren und Feuerwehren auch nur bedingt in unseren Wäschebergen sehen und da die richtige Größe im Geschäft nie vorrätig ist, heißt das Zauberwort ZARA Onlineshop. Damit sieht der Kleine dann aus wie sein cooler Onkel. 😉

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