Endlich aufgedeckt: Warum Männer in der Schwangerschaft zunehmen

Gestern war das letzte Treffen vom Geburtsvorbereitungskurs. Sind wir jetzt wirklich auf die Geburt vorbereitet? Naja, zumindest aufgeklärt würde ich mal sagen.

Zum Abschluss waren wir mit der Gruppe essen, im Primavera, ein Restaurant was ich nicht guten Gewissens weiter empfehlen kann. Wir wurden nämlich rüde rausgeschmissen, weil die Kellnerin Feierabend machen wollte. Wie auch immer, mir ist aufgefallen, dass alle anwesenden Männer, inklusive mir, einen Bärenappetit an den Tag legten und fleißig auch die Reste ihrer schwangeren Frauen in sich rein schlangen. Vielleicht lag sogar ein gewisser Fressneid in der Luft und ich lehnte das von einem anderen Pärchen angebotene Pizzabrot aus reiner Höflichkeit ab….. Waren die meisten der Männer vor fünf Wochen als der Kurs begann nicht noch etwas schlanker?

Als das große Fressen seinem Ende entgegen ging und sich die tropfenden Zähne der anwesenden Herren langsam trockneten, entschied ich Feldforschung zu betreiben. Ich fragte jeden werdenden Vater nach seiner bisherigen Gewichtszunahme in der Schwangerschaft. Gut, das Öko-Pärchen hatte keine Waage aber er hatte zumindest gefühlt zugenommen. Bei den anderen bewegte sich die Gewichtzunahme zwischen 3 und 10kg. Jeder hatte also zugenommen.

Aber warum? Weil die Frau besser kocht, war die Theorie vom Herrn mit dem Schnäuzer. Ein anderer meinte, Mann würde einfach aus Solidarität mit seiner Frau zunehmen. Der sportlich drahtige, immerhin nur drei Kilo zugenommen, mutmaßte, dass man sich Vorräte anlegt, falls es schlechte Zeiten gibt. Meine Theorie war, dass die Männer weniger Testosteron produzieren, damit sie in der kritischen Zeit bei ihren Frauen bleiben und nicht jedem Rock hinterherschauen. Die Gewichtszunahme wäre dann ein Nebenprodukt.

Alles falsch. Wir leben zum Glück in einer modernen, wissenschaftlich erforschten Welt und es hätte mich doch schwer gewundert, wenn es zu diesem Phänomen nicht eine Studie geben würde: Die Gewichtszunahme bei Männern in der Schwangerschaft nennt sich also Couvade-Syndrom. Dazu habe ich auch einen lesenswerten Artikel im Spiegel gefunden. Demnach „klagten viele der künftigen Väter über typische Symptome wie Übelkeit am Morgen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und eben Heißhunger-Attacken.“ …. und noch viel mehr: „ein Mann erzählte den Forschern, er habe während der Geburt seines Kindes selbst in den Wehen gelegen – seine Schmerzen seien sogar schlimmer gewesen als die seiner Partnerin.“ Der väterliche Babybauch würde auch aus Neid auf die Frau wachsen und weil man sich dann besser mit dem Körper seiner Frau identifizieren kann. Nachteil: Während bei den Frauen der Bauch nach der Schwangerschaft wieder verschwindet, bleibt der Bauch bei den Männern bestehen.

Ich möchte in Zukunft bitte nicht mehr belächelt werden wenn ich sage: „Wir sind schwanger.“ … der Pförtner am Krankenhaus soll bitte auch nicht lachen, wenn ich am Tag der Geburt vorfahre und sage: „Wir haben Wehen“. Ich hoffe, dass mir zumindest ein Blasensprung erspart bleibt und dass meine Krankenkasse zahlt, wenn ich unter der Geburt eine Infusion mit Schmerzmittel brauche.

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